
Der Name Urich
Nach Auffassung des Namesforscher Hans Bahlow soll sich Urig,
Uhrig, Urich, und Urech vom Personennamen Ulrich ableiten. Dies erscheint
auf den ersten Blick nahe liegend, muss aber nicht zutreffend sein. Ein gewisser
Zweifel entsteht, wenn man bedenkt, dass zu Beginn des 15. Jahrhunderts in
den damaligen Wohnorten der ersten genannten Namensträger auch solche
mit dem Namen Irig und Irich vorkommen. Es drängt sich einem dabei der
Gedanke auf, zwischen diesen Namensformen könnte eine Beziehung bestehen,
d.h. sie könnten gleichen Ursprungs sein.
Der Name Irig, Ihrig kommt auch als Yrich und Ürich vor. Diese letzteren
Formen stehen dem Namen Urich schon näher, ausserdem erscheint Urich
Urig auch mit einem "V" als "U" und dieses ist dem Y in
der damaligen Schreibweise ebenfalls sehr ähnlich.
Aus der Schriftgeschichte erfährt man, dass der Vokal U, wie wir ihn
heute kennen, erst spät zu unserem Alphabeth gekommen ist. Bei den alten
Römern, wo der Ursprung unserer lateinischen Schrift zu finden ist, wurde
der Vokal mit einem V dargestellt. Dies könnte die unterschiedliche Schreibweise
erklären. In der griechischen Schrift wird er heute noch OY geschrieben.
Man vergleiche auch das Pergament Dokument und das Siegel des Schweizer Rheinfelder
Schultheissen Christoffel Urich, der in seiner Amtszeit seinen Namen auf drei
verschiedene Arten geschrieben hat, Ulrich, Uerich, Urich, und schlussendlich
trägt sein Siegel eine weitere Variante Vorich. Ob alle Varianten als
U ausgesprochen wurden, ist unklar, jedoch ist anzunehmen, dass obiger Schultheiss
nur eine Aussprache kannte.
Es ist äusserst bedauerlich, dass die Archivalien der Grafschaft Erbach
im Staatsarchiv Darmstadt 1944 vernichtet wurden, sodass keine Möglichkeit
mehr besteht, nach den Namen Urich und Irich in jenem Teil des Odenwaldes
vor 1400 zu forschen. Auf Grund dieser Tatsachen bleibt es offen, ob Urich
aus Ulrich entstand oder gemeinsam mit der Form Irich (und ähnlich) aus
einer andern, bisher nicht deutbaren Wurzel hervorging. Durch die schon vor
der Vernichtung des Darmstädter Archivs durchgeführten partiellen
Forschungen und vor allem dank den einschlägigen Publikationen und hinterlassenen
Manuskripte des Odenwald-Forschers Friedrich Höreth kann die Urich-Genealogie
zumindest in zwei Linien (Hauptstämmen) bis etwa 1400 in lückenloser
Reihe zurückverfolgt werden.
In meiner ländlichen Heimatgemeinde Möhlin, Kanton Aargau ist die
Aussprache des U wie Ue üblich und wurde auch in älteren Pfarrbuch
Eintragungen mit Ue in der alten deutschen Schrift geschrieben.

Sonderbares Dokument
Dieses Adressbuch gehörte einem verstorbenen Herrn der wahrscheinlich URICH geheissen hat und vermutlich seinen Namen kriegsbedingt in einen fremdländischen Namen änderte.